Mehrwertsteuersätze in der europäischen Union

Die Mehrwertsteuer besteuert den Austausch von Waren und Dienstleistungen, sie ist in Deutschland gleichbedeutend mit der Umsatzsteuer. Sie wird erhoben auf alle Dienstleistungen und Gegenstände innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Handelt es sich um den Verkauf außerhalb der EU, wird keine Mehrwertsteuer berechnet. Um eine Steuergerechtigkeit zu wahren und die Wettbewerbsbedingungen auszugleichen, für Hersteller innerhalb der EU und außerhalb der EU, wird jedoch bei der Einfuhr eine Mehrwertsteuer erhoben.

Eine sehr lange und bewegte Geschichte ist mit der Mehrwertsteuer verbunden. Die ersten Verbrauchsabgaben wurden vor mehreren Jahrhunderten eingeführt. Weit verbreitet in der Zeit der Karolinger, die im achten Jahrhundert das Frankenreich regierten, war der lateinische Begriff „Teloneum“. Dieses Wort stand für Verbrauchs- und Verkehrsabgaben, Zölle und Gebühren. Es entwickelten sich in den nächsten Jahrhunderten Umsatzgelder mit einer Art Steuercharakter, die in vielen Städten aus den Zöllen entstanden. Verschiedene Einzelverbrauchssteuern traten ab dem 15. Jahrhundert an die Stelle der bisherigen Umsatzgelder. Im Laufe des ersten Weltkrieges wurde die Steuer im Deutschen Reich eingeführt. Das begann mit der sogenannten Stempelsteuer ab dem Jahr 1916 auf Warenlieferungen, die nach dem Kriegsende ab 1918 von einer Allphasen-Bruttoumsatzsteuer abgelöst wurde. Bei der Einführung betrug diese 0,15 Prozent und sollte vor allem der Finanzierung des Staatshaushalts dienen. Der hatte zu dieser Zeit unter der hohen Reparationszahlung zu leiden an ehemalige Kriegsgegner.

Durch Carl Friedrich von Siemens entstand die Idee einer Mehrwertsteuer dadurch, da er die Umsatzsteuer 1919 kritisierte. Je mehr Unternehmen ihre Erzeugnisse zum Endkunden brachten, umso höher wurde die Steuerlast. Um sich hier eine Abhilfe zu schaffen, ist der Weg zum Steuerberater für eine Firma unumgänglich. Somit waren Großunternehmen die Begünstigten und der Wettbewerb nicht im Gleichgewicht. Die ersten Schritte weg vom alten System unternahm Frankreich Ende der 40er Jahre. Allerdings wurden hier noch nicht alle Wirtschaftszweige berücksichtigt. Die erste Mehrwertsteuer, die alle Wirtschaftszweige mit einbezog wurde 1953 in Michigan eingeführt. 1967 erfolgte die Umstellung auf das noch heute gültige Mehrwertsteuersystem mit einem normalen und einem reduzierten Steuersatz. Die Verteilung der Einnahmen aus der Mehrwertsteuer erfolgt so, wie es im Grundgesetz vorgesehen ist. Nachdem die Einnahmen zunächst ausschließlich an den Bund flossen, erfolgte ab 1969 die Aufteilung der Einnahmen zwischen Bund und Ländern und seit 1998 fließen ebenfalls Anteile an die Gemeinden. Etwa 120 Staaten erhoben um die Jahrtausendwende eine Mehrwertsteuer und erzielten Steuereinnahmen von durchschnittlich 25 Prozent.