Badekultur in Europa

Die Badekultur in Europa in der Antike und im Mittelalter

Badekultur als Begriff bezieht sich auf das Baden im warmen und im kalten Wasser. In erster Linie dient es der Reinigung des Körpers, aber darüber hinaus auch der Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens. Die Badekultur in Europa findet ihren Ursprung in der Antike. Hier hatten die öffentlichen Badehäuser auch eine wichtige soziale Funktion. Die große Masse der Bevölkerung in Europa verfügte erst ab dem 20. Jahrhundert über private Badezimmer. In den unterschiedlichen Epochen war die Bedeutung des Bades stets eng mit der herrschenden Vorstellung von Hygiene verknüpft.

Die Badekultur in Europa in der Antike

Es waren bereits die Römer und die Griechen, die die wohltuenden Bäder und die Badehäuser zu bauen wussten. In dieser Zeit war das Baden ein gesellschaftliches Ereignis. In der Badekultur in Europa zu dieser Zeit wuschen sich die Menschen, sie speisten zusammen, sie unterhielten sich und sie liebten sich auch. In den öffentlichen Bädern badeten Männer und Frauen stets getrennt, jedoch galt das private Badezimmer bei vielen auch als Tempel der Lust. Nicht nur Massagen waren im Bad an der Tagesordnung, sondern zudem auch kosmetische Behandlungen und kleinere Operationen. Die Badehäuser waren im gesamten Reich der Römer weit verbreitet. Aus diesem Grund gibt es noch heute in den deutschen Städten wie zum Beispiel Achen oder Trier beeindruckende römische Ruinen zu besichtigen.

Die Badekultur in Europa im Mittelalter

Als das Römische Reich niederging, verlor auch die Badekultur in Europa ihren ganz eigenen Charme. Erst im frühen Mittelalter wurde das Baden wieder entdeckt. Die Badekultur aus islamischen Ländern wurde von Kreuzfahrern im 12. und 13. Jahrhundert zurück nach Europa geholt. Das gemeinschaftliche Baden in den öffentlichen Badezimmern in Form der Badehäuser blühte wieder auf. Wichtige Bestandteile der Badekultur in Europa waren wieder neben der hygienischen und der medizinischen Behandlungen, wie zum Beispiel Aderlass und Schröpfen, auch das Verkuppeln. Da die Badenden in den öffentlichen Badehäusern selber für unsittliches Handeln haften mussten, badeten die Männer und die Frauen auch im Mittelalter noch getrennt. Allerdings ging es in den privaten Bädern erotisch zur Sache. Die Badezimmereinrichtung der damaligen Zeit bestand in erster Linie aus einem Badezuber. Diese Badezimmereinrichtung in Form des mittelalterlichen Badezubers gilt noch heute als Ort der Lust, als Platz an dem sich schamlose Liebschaften und Unzucht ereignet haben.